Kurzprofil NER Oldenburger-Graben

Der Naturerlebnisraum Oldenburger Graben Niederung wurde 2004 als 41. Naturerlebnisraum des Landes anerkannt. Die Niederung im Nordosten Schleswig-Holsteins erstreckt sich entlang des Oldenburger Grabens von der Hohwachter Bucht im Westen bis zur Lübecker Bucht im Osten der Halbinsel Wagrien. Die Niederung ist 22 km lang, hat eine Ausdehnung von 5.000 ha und liegt in weiten Teilen unter dem Meeresspiegel.

 

Das Leitbild für unseren Naturerlebnisraum:

 

Spuren aufzeigen, die die Geschichte in der Oldenburger Graben Niederung hinterlassen hat.

Die Oldenburger Graben Niederung ist das Verbindungsglied zwischen den beiden Küsten der Halbinsel Wagrien. Der ehemalige schiffbare Fjord wurde durch Dünenbildung und Deichbau von der Ostsee abgetrennt und durchlief eine Seen- und Moorbildungsphase.

Die Lage im Ostseeraum als Verbindung nach Lübeck stellte in der frühgeschichtlichen Zeit einen wichtigen Handelsseeweg dar und ließ historisch bedeutende Siedlungsplätze der Slawen entstehen.

Wasserbauliche Maßnahmen führten zur Trockenlegung der einstigen Niedermoor- und Seenlandschaft und bedingten Boden-sackungen  und  schädliche

Nährstoffeinträge im Gewässer. Heute prägen Grünland, ausgedehnte Röhrichte, Seggen- und Binsensümpfe, große Wasserflächen das Landschaftsbild entlang des Oldenburger Grabens. Die große Landschaftsvielfalt macht das Gebiet zum Schwerpunktraum für den Naturschutz und bedeutenden Rastplatz an der Vogelfluglinie. Die beiden Küstenabschnitte gehören zu den touristischen Hochburgen in Ostholstein und bieten Ansatzpunkte für eine entdeckende Umweltbildung breiter Bevölkerungsgruppen in einer interessanten Landschaft.

 

 

 


 

 

Ziel des NER-Konzeptes ist es, für Einheimische und Touristen Erlebnisbereiche zu schaffen, an denen man die Besonderheiten der Oldenburger Graben Niederung erfahren und erleben kann. Bedingt durch die räumliche Ausdehnung sollen vier Eingangstore die Grabenniederung für Naturinteressierte öffnen.

Dabei stehen die geologischen, die wasserwirtschaftlichen, die archäo-logischen und die ökologischen Aspekte mit ihrer besonderen Bedeutung für die Region und den Tourismus im Vordergrund. Es wurden fünf thematische Erlebnisbereiche identifi-ziert. Sie sollen in Detailräumen und in zwölf Kapiteln erzählt und pädagogisch umgesetzt werden.

Erste größere Infrastrukturmaßnahmen (Naturspielplatz, Info-Beschilderung, Ausbau des Radwegenetzes und Vogel-beobachtungs-Stationen) wurden in den letzten Jahren aufgebaut. Die pädagogische Betreuung übernehmen Naturführer, Mitarbeiter und Vereinsmitglieder. Im Freiland erfolgen Führungen über unsere Themengebiete entlang von Exkursionspfaden zu Schlüsselstellen in der Niederung. Das Fahrrad ist das ideale Fortbewegungsmittel in der Region und der Rad-

tourismus wird als Schwerpunkt kontinuierlich entwickelt. Eine detaillierte Radwanderkarte mit fünf Themenrouten bildet die Grundlage für selbstentdeckende oder geführte Fahr-radtouren. Das jährlich zu Pfingsten veranstaltete „Fahrradthon“ ist eine Großveranstaltung für Touristen und Einheimische, bei der die Niede-rung mit Fahrrad erlebbar wird.

Um den Naturerlebnisraum bekannt zu machen und die Nutzungsmöglichkeiten zu erhöhen, bestehen Kontakte zu außerschulischen Lernorten und zu den Tourismus-organisationen der Gemeinden. Der Aufbau eines Infozentrums, Weiterentwicklung des didaktischen Konzeptes, und eine enge Anbindung zum Bereich Museumspädagogik des Wallmuseums stellen zukünftig Entwicklungschancen dar.