Landschaftssteckbrief

70202 Oldenburger Graben Niederung

Landschaftstyp: 4.1 Grünlandgeprägte, offene Kulturlandschaft
 

Großlandschaft:

 

Norddeutsches Tiefland, Küsten und Meere

 

Fläche

 

83 km²

 

Beschreibung

Der Oldenburger Graben erstreckt sich von Weißenhaus nach Dahme und trennt den Oldenburger Winkel vom übrigen Festland ab. Er ist ein ehemaliger, durch glaziale Schmelzwasser entstandener Meeresarm, der als Verbindung von Lübecker und Howachter Bucht in der frühgeschichtlichen Zeit einen bedeutenden Handelsseeweg darstellte. Mit der Zeit vermoorte die Rinne und wurde im 19. Jahrhundert durch Deiche von der Ostsee abgeschottet.

Durch wasserbauliche Maßnahmen wurden die Moore weiträumig trockengelegt, in der Folge kam es zu einer Sackung der bis zu 17m mächtigen Niedermoortorfe. Reste der einstigen Niedermoorlandschaft befinden sich in den ausgedehnten Röhricht und Seggen- und Binsensümpfen am Wesseker See. Heute prägen vor allem Grünländer das Landschaftsbild des Grabens. Ein größeres Laubwaldgebiet liegt zwischen Dahme und Kellenhusen. Nur wenige Baumreihen unterbrechen die weithin offene Landschaft.

Der Oldenburger Graben wird größtenteils als Grünland und zum Maisanbau genutzt.
Die ehemals weite, häufig überflutete Niederungslandschaft mit großen Wasserflächen, Niedermooren und Röhrichten war ein naturschutzfachlich sehr wertvolles Gebiet. Heute sind die wertvollen Bereiche auf die Naturschutzgebiete “Wesseker See” und “Oldenburger Bruch” zusammengeschrumpft. Der Wessecker See gilt als Gewässer mit nationaler Bedeutung für Wasservögel und hat als Schlafplatz für Löffel- und Schnatterenten eine internationale Bedeutung.


Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
 

FFH-Gebiete

 

10,17 %

Vogelschutzgebiete 21,21 %
Naturschutzgebiete 5,57 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
 

Effektiver Schutzgebietsanteil

 

28,32 %

 


Quelle: BFN